Eine Milliarde Menschen weltweit haben nicht genug zu essen

Da der Welternährungstag am 16. Oktober 2013 in die Herbstferien fällt, veranstaltete das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Herzberg seinen „Aktionstag gegen Hunger“ bereits am letzten Schultag davor. Das Ziel war es, die Schülerinnen und Schüler, aber auch das Kollegium, für die globale Problematik zu sensibilisieren und einen Beitrag zum Wettbewerb „Umweltschule in Europa 2012-14“ zu leisten.

Bereits während einer Projektwoche vor den Sommerferien hatten Schülerinnen und Schüler der höheren Klassen die wichtigsten Ursachen der Hungerproblematik in der globalisierten Welt herausgearbeitet und in Plakatentwürfe umgesetzt: zum Beispiel, dass die Beimengung von Biodiesel zum Autokraftstoff, was eigentlich den CO2-Ausstoß Deutschlands verringern soll, zum Import großer Mengen Palmöl führt. Dieses führt in Indonesien zur Enteignung von Kleinbauern und zur Rodung tropischen Regenwaldes, bewirkt also das Gegenteil und verursacht Hunger am anderen Ende der Welt. Ähnlich ist es mit dem Anbau von Soja und Mais für unsere Tierfutterimporte in Brasilien und Paraguay, damit wir täglich Fleisch essen können. EU-Überschüsse landen als billige Tiefkühlhühner u.a. in Kamerun und machen dort die Hühnerproduzenten brotlos.

Auf eine Spendenaktion wurde bewusst verzichtet, denn wichtiger ist das Nachdenken über unseren Beitrag zum Hunger weltweit. Jean Ziegler, UN-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung, sagte dazu treffend: „Es kommt nicht darauf an, den Menschen in der Dritten Welt mehr zu geben, sondern ihnen weniger zu stehlen.“

Nach der Begrüßung durch die Schulleiterin Frau Götz und Herrn Barke wurden die grundlegenden Informationen den Schüler/innen zunächst im Film dargestellt, bevor sie sich in der Plakatausstellung von „Experten“, nämlich den Plakatentwerfern, über einzelne Aspekte genauer informieren konnten und anschließend in einem Workshop Zusammenhänge herausarbeiten konnten. Für viele war es eindrucksvoll, dass bei uns etwa die Hälfte aller Nahrungsmittel im Müll landet. Eine Menge, die hochgerechnet auf Europa und Nordamerika dreimal reichen würde, alle Hungernden der Erde zu ernähren.

Passend zum Thema beteiligte sich die Schule an der Unterschriftenaktion von OXFAM „Spekulanten in die Schranken“, denn die Börsenspekulation mit Nahrungsmitteln, also das Wetten auf künftige Erntemengen und –ausfälle, führt ebenfalls dazu, dass man sich in vielen Ländern nicht einmal mehr die Grundnahrungsmittel leisten kann. 150 Unterschriften kamen zusammen und es wären bestimmt doppelt so viele, wären nicht die speziellen Formulare ausgegangen. Zur Erfrischung gab es übrigens frisUmweltschulech hergestellten Apfelsaft, direkt aus der Apfelpresse.

Bke