Erfahrungsbericht

Referendariat am Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium – ein Erfahrungsbericht

von Arne Fieselmann, Referendar am EMAG in Herzberg 2014/2015

 

Glaubt man diversen Print- und Onlinemedien, so gehört das Referendariat zu einer der härtesten Ausbildungen, die es heutzutage geben kann. Nicht zuletzt sprechen Referendarinnen und Referendare davon, dass man in den anderthalb Jahren des „Vorbereitungsdienstes“ am besten wenig mit seiner eigenen Meinung hofieren geht und zugunsten der eigenen Note eher haargenau das in die Tat umsetzt, was die Ausbilderinnen Ausbilder oder die Verantwortlichen der Ausbildungsbildungsschulen von einem verlangen.

Klar, gewisse Zwänge oder Einschränkungen gerechter oder ungerechter Natur sind in dieser besonderen Phase allgemein nicht von der Hand zu weisen. Dennoch werde ich meine Zeit in Herzberg immer in positiver Erinnerung behalten, was in einem Referendariat keine Selbstverständlichkeit ist. Die Integration in das überaus herzliche Kollegium wird einem hier leicht gemacht: an den Eingewöhnungstagen kümmern sich die Ausbildungsbeauftragte sowie erfahrene Referendarinnen und Referendare um die Neuankömmlinge, das Schulleitungsteam stellt die Schule und ihre Verfahrensabläufe vor, die Fachobleute verweisen in Privatgesprächen geduldig auf Beschlüsse der jeweiligen Fachbereiche und ehe man sich versieht, wird man von Kolleginnen und Kollegen bereits zu einem ersten Spielabend oder einer Kneipentour eingeladen. Kennenlernen auf hohem Niveau.

Mit dem verhältnismäßig jungen Kollegium war während meiner gesamten Zeit immer Raum für entspannte Privatgespräche und kompetente Beratung in den Zeiten, wo die Unterrichtsvorbereitung ins Stocken geriet oder (mal wieder) ein Unterrichtsbesuch nicht von Erfolg gekrönt war. Zusätzlich nahm sich die Schulleiterin Frau Götz alle 2 Wochen die Zeit, in einer Referendarsstunde vornehmlich individuelle Anliegen und schulrechtliche Fragen zu besprechen, welche ansonsten nur in einem Wahlmodul am Studienseminar vertiefend thematisiert werden.

Nicht nur das Fachkollegium, sondern auch sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Sekretärinnen, Schulassistent und Hausmeister) haben dazu beigetragen, dass mir als Referendar in organisatorischen Fragen der Rücken frei gehalten wurde. Ein Wunder, dass bei meiner gelegentlichen planerischen Unordnung niemand je die Geduld verloren hat...

Zuletzt wird mir das EMAG auch hinsichtlich der Schülerschaft in positiver Erinnerung bleiben. Trotz Lehrer-Schüler-Distanz machen es einem die Schülerinnen und Schüler einfach, als Lehrperson akzeptiert zu werden und ein entspanntes Miteinander zu pflegen. Gespräche im und außerhalb des Klassenraumes drehen sich folglich nicht nur um Schulisches – und wenn es doch nur um Letzteres geht, dann zumeist auf einem hohen Niveau.

Was bleibt also abschließend über das EMAG zu sagen?

Ich war sehr gerne an dieser Schule – trotz Referendariat   :-) 

 

 

Ausbildungskonzept am EMAG

Ausbildungskonzept am EMAG

 

Das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium ist seit 2000 Ausbildungsschule des Studienseminars Göttingen für das Lehramt an Gymnasien. Auf der Grundlage einer Kultur der gegenseitigen Wertschätzung werden die Lehrerinnen und Lehrer im Vorbereitungsdienst auf vielfache Weise an unserer Schule begleitet und im Sinne unseres Leitbilds individuell gefordert, gefördert und unterstützt, um erfolgreich ihr Zweites Staatsexamen zu absolvieren.

Zu Beginn der Arbeit an der Ausbildungsschule werden neue Lehramtsanwärter an zwei Tagen intensiv von der Ausbildungsbeauftragten begleitet: Nach der Begrüßung durch die Schulleiterin und einer Schulführung werden die Referendarinnen und Referendare in dieser Startphase über das Wichtigste im Schullalltag informiert.

Während der gesamten Ausbildungszeit findet alle 2 Wochen eine Gesprächsrunde bei der Schulleiterin statt, in der Frau OStD’ Brigitte Götz in Sachen Schulrecht berät und Hilfestellung bei allgemeinen schulischen Anliegen gibt. Ziel ist es hierbei auch, den Referendarinnen und Referendaren wertschätzend entgegenzutreten und mit ihnen zu Fragen oder Schwierigkeiten im Schulalltag ins Gespräch zu kommen.

Seit 2011/12 wird die Startphase der RuR evaluiert. Regelmäßig erhält das EMAG sowohl von den Auszubildenden selbst als auch vom Studienseminar positive Rückmeldungen zur Betreuung und Begleitung der Referendarinnen und Referendare.

Am EMAG herrscht eine Kultur der Aufgeschlossenheit und Wertschätzung der Referendarinnen und Referendare durch das Kollegium. In Dienstbesprechungen wird regelmäßig das außerunterrichtliche Engagement der Anwärter hervorgehoben.

Im Sinne der gelingenden Unterstützung der Referendarinnen und Referendare ist dem EMAG als  Ausbildungsschule auch die enge Vernetzung mit dem Fachleiterinnen und Fachleitern wichtig. Auch bei der Ausbildung neuer Lehrer gilt der Leitsatz: „Wir fördern und fordern die Fähigkeiten und Fertigkeiten jedes Einzelnen“.

Verkürzte Fassung des Ausbildungskonzepts (Stand: August 2015, Kü)

 

Ausbildungskonzept am EMAG im Überblick