Bewegte Schule

"Schule in Bewegung zu bringen heißt für uns, Schule zu verändern durch eine kind-, lehrer- und lerngerechte Rhythmisierung des Unterrichts, durch bewegtes und selbsttätiges Lernen, durch bewegte Pausen, durch bewegte und beteiligende Organisationsstrukturen, durch Öffnung der Schule nach außen, durch vernetztes Denken."

Dies ist eine Möglichkeit, wie man "Bewegte Schule" definieren kann (vgl. www.bewegteschule.de). Es geht um die Klärung folgender Fragestellungen:

  • Wie kann Lernen durch bewegende und bewegungsbegleitende Aktivitäten für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte motivierender und wirkungsvoller gelingen (Lernkultur/Unterrichtsqualität)
  • Wie können die Rahmenbedingungen einer Schule (Innen- und Aussenräume) dazu beitragen, Bewegung zuzulassen, zu fordern und zu fördern? (Lern- und Lebensraum Schule)
  • Wie lassen sich förderliche Bedingungen für eine bewegte Schule in die Schulorganisation einbinden? (Schulorganisation)

Diese drei Handlungsfelder greifen wie Zahnräder ineinander und bewegen sich gegenseitig, so dass jede Aktivität eine Wirkung auf das ganze System erzielt. Der Impuls kann in diesem Wirkungszusammenhang von jedem einzelnen Zahn(rad) ausgehen.

 

 

 

Angefangen hat die Implementierung der Bewegten Schule am EMAG mit dem Aktionstag im Juni 2012

Artikel im Harzkurier:

Bewegte Schule – gesunde Schule Niedersachsen

Aktionstag im Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium

Herzberg. Das Projekt des Niedersächsischen Kultusministeriums „ Bewegte Schule“ setzt im Rahmen des Aktionsplans „Lernen braucht Bewegung – Niedersachsen setzt Akzente“ auf mehr Bewegung in den Schulalltag. Studien belegen, dass schon viele Grundschüler sich durchschnittlich nur noch eine Stunde pro Tag bewegen. Zu vielen Kindern fehlen die Entwicklungsreize durch vielfältige Bewegungserfahrungen. Gerade im Kindesalter kommt dann die körperliche, seelische und kognitive Entwicklung meist zu kurz. Das Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium (EMAG), seit 2011 Ganztagsschule, ist in vielen Bereichen Vorreiter bei innovativen Veränderungen zur Förderung der Schüler/innen. Nachdem man sich über das Projekt „Bewegte Schule“ informiert hatte, bewarb sich das Gymnasium für die Durchführung eines Aktionstages „Bewegte Kinder – schlaue Köpfe“ im Rahmen des Projektes. Hierbei konnten am EMAG Hermann Städtler, Schulleiter und Projektleiter des Projektes des Kultusministeriums „Bewegte, gesunde Schule Niedersachsens“ und der Pädagoge und Unterrichtsentwickler Karsten Heilmann zur Durchführung des beantragten Aktionstages begrüßt werden. Mit der Teilnahme an dem Projekt wolle man bisher erarbeitete und praktizierte Strukturen im Interesse der Schüler/innen ergänzen und die neuen Erkenntnisse im kommenden Schuljahr in die Praxis umsetzen. „Bewegte Schule“ sei nicht gleichzusetzen mit „Hoppelschule“, sagte Hermann Städtler scherzhaft. Mehr „Bewegung“ im Unterricht beinhalte unter anderem Aspekte wie selbst- und eigenständiges Lernen, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Schule sowie mehr geistige und körperliche Bewegung. Im ersten Schritt des Aktionstages nahmen neben der Klasse 6L2 auch Lehrkräfte am einem „Demo-Unterricht“ mit dem Thema „Nikotin und Alkohol“ unter der Leitung von Karsten Heilmann teil. Ziel des Unterrichtes war es, zu zeigen, wie Schüler/innen eine bis dahin noch nicht behandelte Thematik forschend erarbeiten können. Nach einer körperlich und geistig „bewegten“ gegenseitigen Begrüßung erhielt jeweils die Hälfte der Klasse einen Zettel mit Informationen zum Thema „Alkohol“ und „Nikotin“. Hieraus mussten innerhalb von 20 Minuten mit maximal 10 Worten und beliebig vielen Symbolen und Zahlen „Spickzettel“ für anschließende Kurzvorträge von dreiminütiger Dauer erstellt werden. Nicht nur, dass selbstverantwortlich Wissen erarbeitet und begleitet weitergegeben wurde – diese Form eines Unterrichtes machte den Schüler/innen auch sichtlich Spaß. Im zweiten Schritt ging es dann am Nachmittag im Rahmen einer Lehrerfortbildung richtungsweisend weiter. Hier lernten die Lehrkräfte die positiven Effekte des handlungsorientierten Unterrichtes auf Wohlbefinden, Aufmerksamkeit und Lernleistung am „eigenen Körper“ kennen. Während eines Elterninformationsabends als dritten Schritt des Aktionstages wurde unter anderem durch praktische Übungen die Bedeutung der Bewegung für die Gesamtentwicklung des Kindes herausgestellt.

 

Die nicht einfache „Begrüßungszeremonie“ brachte Bewegung für Körper und Geist – und Spaß. Foto: Beier