Humanitäre Schule

Die Kampagne Humanitäre Schule am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium

Im Jahr 2004 hat Frau Karin von Heimburg, Vizepräsidentin des DRK-Landesverbandes Niedersachsen, unter der Schirmherrschaft von Dr. rer. pol. h.c. R. Seiters, dem Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, die Kampagne „Humanitäre Schule“ ins Leben gerufen.

Seitdem werden Schulen, die sich in besonderem Maße für humanitäre Projekte einsetzen, mit dem Zertifikat „Humanitäre Schule“ ausgezeichnet.

Das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium nimmt nun schon seit 2005  erfolgreich an dieser Kampagne teil. Die Projekte, für die unsere Schule ausgezeichnet wurde, zeigen, dass viele Schüler bereit sind, über ihren eigenen Tellerrand hinauszuschauen und sich aktiv für andere Menschen einzusetzen. Ein solches soziales Engagement ist keineswegs selbstverständlich. Im Alltag besteht immer die Gefahr, dass man die soziale Kälte als gegeben hinnimmt und sich dabei vielleicht sogar noch „cool“ vorkommt. Die Kampagne Humanitäre Schule möchte die Schüler dafür sensibilisieren, Unrecht zu erkennen und sich für Menschlichkeit einzusetzen. Aus diesem Grund gibt es zwei Voraussetzungen für den Erhalt des Zertifikats:

1. Jedes Jahr wird 1-3 Schülern jeder Schule angeboten, an einem kostenlosen Wochenend-seminar des Jugendrotkreuzes teilzunehmen. An diesem Wochenende führen ca. 35 Schüler

ein Planspiel durch, in dem sie gemeinsam eine Lösung für einen internationalen Konflikt finden sollen, bei dem das Humanitäre Völkerrecht verletzt wird. Nach diesem Wochenende sind die Schüler in der Lage, das Planspiel mit ihren Mitschülern im Klassenverband  zu spielen oder klassenübergreifend während einer Projektwoche anzuleiten.

2. Die zweite Voraussetzung für den Erhalt des Zertifikats besteht in der Durchführung  mindestens eines humanitären Projekts. Hierbei kann es sich um eine Spendenaktion oder um ein soziales Projekt im engeren Sinne  (z.B. gemeinsame Aktionen mit Bewohnern aus Seniorenheimen, betreuten Einrichtungen, Kindergärten etc) handeln.

In diesem Jahr habe ich dem Jugendrotkreuz sogar von drei Projekten berichten können, die an unserer Schule durchgeführt wurden. An dieser Stelle grüße ich alle Journalisten des ProWo- Propheten und meinen Kollegen in der Redaktion, Herrn Neumann. Die Woche mit euch hat viel Spaß gemacht. Ebenso bedanke ich mich im Namen dieser Kampagne bei allen Schülern, Schülerinnen und Kollegen, die sich so liebevoll um unsere Gäste aus Laski ge-kümmert haben, sowie bei Herrn Gauder und allen Schülern und Schülerinnen seiner AG, die Abwechslung in den Alltag der Seniorenresidenz bringen und für die Bewohner Zeit und ein offenes Ohr haben.

 

Übersicht über die diesjährigen Projekte:

Projekt I   Projektwochenzeitung und Tombola

Während der Projektwoche hat eine Gruppe von  Schülern und Schülerinnen der Jahrgänge 5-9 gemeinsam eine Projektwochenzeitung erstellt. Am Ende der Woche war eine vielfältige Zeitung mit Projektberichten, selbstgeschriebenen Kriminalgeschichten, Rezepten, Interviews, Kummerkasten, Lieblingswitzen, Anekdoten, Schatzsuche und einem (lateinischen) Horoskop entstanden. Zahlreiche Karikaturen, die von Mitschülern und Lehrern gezeichnet worden waren, rundeten das Bild ab. Gleichzeitig sammelten die Journalisten während der Woche Tombolaartikel. Am Ende der Projektwoche wurden die Zeitungen beim Schulfest für einen Euro verkauft. Die Zeitungen hatten fortlaufende Nummern und galten zugleich als ein Los für die Tombola. Wer in seiner Zeitung einen Maus-Stempel fand, hatte gewonnen und konnte sich seinen Gewinn in der Redaktion abholen. Der Erlös aus dem Verkauf  (160 Euro) wird für den weiteren Austausch mit den Schülern und Schülerinnen des Blindeninternats Laski (Warschau) verwendet.

 

Projekt 2  Schüleraustausch mit Laski   und Benefizkonzert

Dieses Jahr hat das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium zum zweiten Mal polnische Schüler und Schüler-innen aus dem Blindeninternat Laski für eine Woche nach Herzberg eingeladen. Das Programm war vielfältig.  Am ersten Abend begrüßten Schülerinnen unseres Schulchors die Gäste, als sie in ihrem Hotel ankamen. Während des gemeinsamen Abendessens wurden die Kontakte intensiviert. Die Jugendlichen  konnten sich auf Englisch gut unterhalten. Am nächsten Tag stand eine gemeinsame Wanderung zum Herzberger Schloss auf dem Programm. Die polnischen Schüler konnten sich ihren deutschen Partnern anvertrauen und stiegen gemeinsam mit ihnen zum Schloss hinauf. Auch während der Schlossführung sorgten die sehenden Schüler für die blinden, erklärten ihnen die Schlossanlage und die Exponate im Museum und wiesen sie auf Gegenstände hin, die man gut ertasten  konnte. Ein Höhepunkt war das gemeinsame Spiel auf einer 200 Jahre alten Orgel im Schlossmuseum. Am Nachmittag fanden zunächst Proben zur Vorbereitung des gemeinsamen Benefizkonzerts statt. Am Abend nahm die deutsche und die polnische Gruppe im Park neben der Schule an einem gemein-samen Trommel-Workshop teil. Dieser Abend war für alle eine besondere Erfahrung. Man verstand sich ganz ohne Worte. Am Mittwoch fand ein Ausflug nach Goslar mit Stadtführung und  Besuch des Bergwerks statt. Am Abend trafen sich die deutschen und polnischen Jugendlichen zu einer Andacht in der Sankt Josefs-Kirche in Herzberg. Am Donnerstag fuhr die Klasse 8s zusammen mit den polnischen Jugendlichen zum Schwimmen. Hier gab es viel Gelegenheit zu gemeinsamen sportlichen Aktivitäten und jede Menge Spaß. Am Nachmittag fanden noch einmal Proben für das Konzert statt. Während des Konzerts sang unser Chor unter anderem auch ein Lied in polnischer, und der polnische Chor ein Lied in deutscher Sprache. Das große Können und die Vielfältigkeit des Programms der polnischen Instrumentalisten und Sänger hat das Publikum sehr beeindruckt. Die Gäste erhielten begeisterten Applaus und es wurde großzügig für diesen Austausch gespendet. Am Freitagvormittag hatten die polnischen Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Betreuern in kleinen Gruppen Gelegenheit, an einem gemeinsamen Kunstprojekt mitzuwirken und außerdem Unterrichtsstunden in Englisch, Musik, Latein zu besuchen. Anschließend wurde mit den polnischen und deutschen Schülern auf dem Schulhof ein Ginkobaum als Symbol der Freundschaft gepflanzt. Nach einem gemeinsamen Mittagessen begleiteten die deutschen Jugendlichen die Gäste zum Bus und nahmen nach einer erlebnisreichen Woche sehr herzlich voneinander Abschied.

Präsentation in den DRK Projektberichten 2010: 

 

Projekt 3    Zusammenarbeit mit der Seniorenresidenz Stiemerling

Auch in diesem Jahr haben sich wieder viele Schüler und Schülerinnen in  unserer AG  Humanitäre Schule unter der Leitung von Herrn Gauder engagiert: Sie besuchen die Bewohner der Senioren-residenz Stiemerling regelmäßig, lesen ihnen vor, spielen Gesellschaftsspiele, unternehmen gemein-same Spaziergänge und finden Zeit für Gespräche. Besondere Höhepunkte waren auch dieses Jahr die Veranstaltung eines Sportfests und die Aufführung eines Krippenspiels.

Präsentation in den DRK Projektberichten 2009:

 

 

Die Zertifizierungsfeier für 2011 mit Überreichung der Urkunden findet Ende Juni in einem Saal des Cinemaxx in Hannover am Raschplatz  statt. Da nur 10 Schüler und Schülerinnen jeder Schule an der Feier teilnehmen können, sollten diejenigen, die mitfahren möchten, sich möglichst bald bei Herrn Gauder und mir melden.

Ebenso bitte ich diejenigen, die Interesse daran haben, an dem – für euch kostenlosen – Wochenendseminar des Jugendrotkreuzes teilzunehmen, sich ebenfalls bei mir zu melden.

In diesem Jahr habe ich selber an diesem Seminar teilgenommen, um einmal aus eigener Anschauung darüber berichten zu können: Zunächst etwas Entscheidendes J:  Das Haus, in dem das Seminar stattfand, ist sehr gemütlich. Es liegt auf einem Hügel im Wald. Einbeck ist durch einen kurzen Fußmarsch zu erreichen. Das Planspiel selbst hat mich dann ebenso gepackt wie die 30 Schüler: Als Delegierte der Vereinten Nationen mussten wir jeweils die Interessen unserer Länder vertreten, bekamen Geheimdossiers zugesteckt, mussten harte Verhandlungen durchführen und haben erfahren, wie spannend – und wie schwierig – es sein kann, auf politischen Wege humanitäre Ziele durchzusetzen, obwohl es um so selbstver-ständlich erscheinende Dinge wie den Schutz von Flüchtlingen geht. Ich kann euch dieses  Seminar nur empfehlen. Wer glaubt, er interessiere sich nicht für Politik, der irrt sich.

 Die einzige Teilnahmebedingung ist, dass ihr 15 Jahre alt seid. Und denkt daran, dass es nur  drei freie Plätze gibt. Die Anfahrt erfolgt mit dem Zug von Herzberg nach Kreiensen. Von dort werdet ihr mit einem Kleinbus abgeholt. Auch die Kosten für die Zugfahrt werden euch vom Jugendrotkreuz erstattet.

Wenn ihr Ideen und Anregungen für weitere humanitäre Projekte habt, die an der Schule durchgeführt werden können, dann meldet euch. Wir freuen uns über jeden Vorschlag.

Dr. C. Bartels, StR`

(Beauftragte für die Kampagne

Humanitäre Schule am EMAG)